Heinrich Friederichs, Bildhauer (1912 - 1944)
KÜNSTLERBIOGRAPHIE

Heinrich Friederich, Warendorf Bildhauer, 1912-1944HEINRICH FRIEDERICHS wurde als einziger Sohn von Elisabeth und Heinrich Friederichs am 16. Juni 1912 in Warendorf geboren, in der Oststrasse 47, wo die Familie schon in der 3. Generation eine Schwarzbrotbäckerei betrieb.

Heinrich Friederichs führte jedoch nicht das Geschäft des Vaters fort, er entschied sich gegen den Willen der Eltern, seiner künstlerischen Berufung zu folgen und begann bei Friedrich Beyer in Warendorf eine dreijährige Holzbildhauerlehre, die er im April 1930 mit der Gesellenprüfung abschloss.

Drei weitere Gesellenjahre als Bildhauer bei der Firma H. Hanewinkel in Warendorf schlossen sich an. Da lernte er die künstlerische Gestaltung von Springbrunnen, Grabsteinen und Denkmälern und figürlichen Darstellungen .

Im Jahre 1933, einundzwanzig Jahre alt, konnte er endlich sein künstlerisches Studium bei Professor Guntermann in Münster beginnen.

  

Eine begabte Mitstudentin, die ihm in der Kunst verwandt war, war die aus Ennigerloh gebürtige Bildhauerin Hilde Schürk-Frisch, die zur gleichen Zeit bei Professor Guntermann studierte.

1934 — 35 setzte er sein Studium an der Landeskunstschule Hamburg bei

Professor Zschocke fort und wechselte dann zur Kunstakademie Charlottenburg zu den Professoren Scheiwe und Kolbe.

Hier knüpfte er enge Kontakte zu E r n s t Barlach , dessen Werke

durch das NS-System als „entartete Kunst" auf den Index gesetzt wurden.

Er übte auf Heinrich Friederichs den wohl prägendsten künstlerischen Einfluss aus. Heinrich Friederichs hielt mit Barlach Kontakt und besuchte den Künstler nach seiner Heirat am 26. April 1938 mit Maria Uhlenbrock aus Freckenhorst in seinem vereinsamten Domizil in Güstrow, wo Ernst Barlach im Oktober 1938 verstarb.

Seine Abschlussstudien machte Heinrich Friederichs in den Jahren 1936-1938 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Professor Edwin Scharff.

  

Im Jahre 1938 kehrte er nach Warendorf zurück und eine fruchtbare Schaffensperiode begann, in der er als freischaffender Künstler in seiner Heimatstadt und darüber hinaus viel Aufmerksamkeit und Anerkennung findet.

Durch den Westfälischen Kunstverein in Münster erhielt er 1937 den Bildhauerpreis

„Jung Westfalen", in den Jahren 1937/38/39 folgten renommierte Ausstellungsbeteiligungen in Berlin, München und Dortmund. Die Reichskulturkammer war auf ihn aufmerksam geworden und forderte ihn auf, Mitglied der NS-Partei zu werden. Er weigerte sich entschieden und wurde daraufhin am 6. Januar 1941 als Soldat eingezogen. Am 10. August 1944 ist Heinrich Friederichs im Raum Modon in Lettland gefallen. Als Sanitäter bei der Infanterie war er beim Rückzug aus Leningrad bei einem Gefecht schwer verwundet worden.

Mit 32 Lebensjahren findet er seine letzte Ruhestätte in einem Massengrab.

 

Informationen: Prof. Dr. Hans-Uwe Erichsen, Tel. Nr. 0251 31312
Mail: r(dot)friederichs(at)gmx(dot)de
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